Instituto de Estudios de las Culturas Andinas
Hampi Wasi – Eine Andenapotheke für Gesundheit und Selbstbestimmung.
IDECA Perú (Instituto de Estudios de las Culturas Andinas) wurde 2007 als Nachfolger des Instituto de Estudios Aymaras gegründet und verfolgt einen interkulturellen, dekolonialen Ansatz zur Bewahrung und Stärkung indigener Kulturen. Die Organisation kombiniert wissenschaftliche Forschung, Bildungsarbeit und sozial-ökologische Praxis. Ihre Programme setzen auf Identitätsbildung, Gleichstellung, Klimagerechtigkeit und partizipative Rechteverwirklichung. IDECA arbeitet eng mit Basisgruppen und Gemeinschaften zusammen, vernetzt sich mit regionalen und internationalen Akteuren und gestaltet so nachhaltige Perspektiven in den Anden.
Die Aymara gehören zu den ältesten indigenen Völkern im Andenraum. Seit der Kolonialzeit sind sie von Ausgrenzung, wirtschaftlicher Ausbeutung und kultureller Marginalisierung betroffen. Zugang zu hochwertiger Bildung, politischer Mitbestimmung oder medizinischer Versorgung war und ist für viele Angehörige der Gemeinschaft stark eingeschränkt – insbesondere in abgelegenen ländlichen Regionen.
Die COVID-19-Pandemie machte diese strukturellen Defizite sichtbar: Gesundheitseinrichtungen waren überfordert, viele Menschen in abgelegenen Gebieten blieben ohne medizinische Hilfe oder Impfungen – mit schwerwiegenden Folgen. Traditionelles Wissen bietet hier eine resiliente, lokal verankerte Ergänzung zur formalen Gesundheitsversorgung.
In Zusammenarbeit mit dem Verband christlicher Produzent*innen von Santiago de Pupuja (APROCLAS) realisiert IDECA in Puno, Peru, den Aufbau der Andenapotheke Hampi Wasi – „Haus der Gesundheit“. Ziel ist die Stärkung indigener Gemeinschaften durch die Wiederbelebung und wirtschaftliche Nutzung traditionellen Pflanzenwissens.
Das Projekt fördert den ökologischen Anbau und die Verarbeitung heimischer Heilpflanzen als zugängliche, wirksame und kostengünstige Alternative zu industrieller Medizin. Gleichzeitig entstehen neue Einkommensquellen für lokale Erzeuger*innen. Schulungen in Anbautechniken, Weiterverarbeitung, Unternehmensführung und Vermarktung vermitteln praxisnahes Know-how. Eine vorab durchgeführte Situationsanalyse identifizierte geeignete Heilpflanzen und legte die Grundlage für eine bedarfsorientierte Förderung.
Durch Hampi Wasi erhalten Gemeinschaften das Wissen und die Mittel, ihre eigene Gesundheitsversorgung mitzugestalten – ein wichtiger Schritt in Zeiten wachsender globaler Unsicherheiten im Gesundheits- und Wirtschaftssystem.
Der Lemonaid & ChariTea e.V. fördert die Umsetzung durch Beiträge zu Personal, Ausrüstung, Schulungsmaßnahmen, Produktentwicklung und Vermarktung ermöglicht.
Rolando Pilco Mallea
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