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Projektstandort:
Tamil Nadu, Indien
Projektlaufzeit:
2025-2028
Projektbudget:
119.143 €
Themenschwerpunkte:
Bildung, Entrepreneurship
COROAT

Community Renovation & Organisation Advancement Trust

Portrait einer Teilnehmer*in eines Projekts von COROAT in Indien.

Nachhaltiger Lebensunterhalt für Transgender-Personen.

COROAT wurde 2009 von Frauen aus Tamil Nadu gegründet. Die Organisation widmet sich der Stärkung marginalisierter Gruppen, die in extremer Armut leben und durch Diskriminierung und fehlende Ressourcen von der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen sind. Zu den Zielgruppen gehören traditionelle Handwerker, Tagelöhner, Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und Transgender-Personen.
Mit Programmen in den Bereichen Bildung, Existenzsicherung und soziale Inklusion schafft COROAT neue Perspektiven – und trägt so zu einer Gesellschaft bei, in der Gleichberechtigung und Teilhabe Realität werden.

Transgender-Personen hatten in Indien historisch eine gesellschaftlich angesehene Rolle, etwa im spirituellen und kulturellen Leben. Mit der Kolonialisierung änderte sich dies: Unter britischer Herrschaft wurden Gesetze eingeführt, die ihre Existenz kriminalisierten. Jahrhunderte der Ausgrenzung und Diskriminierung waren die Folge.
Obwohl rechtliche Fortschritte erzielt wurden – darunter die Anerkennung eines dritten Geschlechts durch den Obersten Gerichtshof (2014) und der Transgender Persons (Protection of Rights) Act (2019) – ist das Stigma tief verwurzelt. Viele Betroffene leiden unter sozialer Isolation, eingeschränktem Bildungszugang und Diskriminierung am Arbeitsplatz. Mangelnde wirtschaftliche Chancen zwingen sie häufig in prekäre Tätigkeiten wie Betteln oder Sexarbeit. Trotz Aktivismus und politischer Reformen bleibt viel zu tun, um echte Inklusion und Würde zu erreichen.

In der zweiten Projektphase (2025–2028) werden 1.000 Transgender-Personen in zehn Distrikten Tamil Nadus durch psychosoziale Begleitung, Existenzsicherung, Zugang zu staatlichen Leistungen sowie öffentliche Sensibilisierung unterstützt. Ziel ist es, wirtschaftliche Stabilität, psychische Resilienz und gesellschaftliche Teilhabe nachhaltig zu stärken.
Das Projekt baut auf einer ersten Förderphase (2022–2025) auf, in der bereits 477 Transgender-Personen erreicht wurden. Die zweite Phase erweitert den Ansatz geografisch und inhaltlich durch stärker individualisierte Begleitung und eine systematische Verankerung in staatlichen Strukturen, um langfristige Wirkung über die Projektlaufzeit hinaus sicherzustellen.
Zu den zentralen Maßnahmen zählen individuelle psychologische Beratung, berufliche Qualifizierung für die Gründung umweltfreundlicher Kleingewerbe, Startkapital für diese Unternehmen sowie Unterstützung beim Zugang zu Ausweisdokumenten, Sozialleistungen und Wohnraum. Ergänzend werden öffentliche Kampagnen und Sensibilisierungsveranstaltungen durchgeführt, um strukturelle Diskriminierung abzubauen. Darüber hinaus werden mehrere hundert lokale Akteur*innen aus Verwaltung, Bildungsinstitutionen und dem Finanzsektor eingebunden, um langfristige institutionelle Veränderungen anzustoßen. Der Lemonaid & ChariTea e.V. finanziert einen Großteil des Projekts, darunter Gehälter, Startkapital, Weiterbildungskosten sowie die Entwicklung einer App für kontinuierliche und individuelle psychologische Unterstützung.

M Padmavathi

Mail

Eindrücke aus dem Projekt.

  • Hashima Nayak, Projektleiterin (vorne) und weitere Teilnehmerinnen des Projekts „She in He“.
  • Eine Teilnehmer*in eines Projekts von COROAT in Indien.
  • Die Projektleiterin Hashima Nayak von COROAT in Indien hält einen Teller mit Farbe in der Hand
  • Die Teilnehmerinnen von COROAT in Indien sitzen zusammen in einem Raum und diskutieren
  • Eine Gruppe von Teilnehmer*innen eines Projekts der NGO COROAT in Indien bei der Arbeit.

Fotos: Sharan Estone