African Initiative for Mankind Progress Organization
Keramikkooperative für die Batwa.
Die African Initiative for Mankind Progress Organization (AIMPO) ist eine gemeindebasierte NGO mit Sitz in Ruanda. Sie wurde 2001 von Mitgliedern der historisch marginalisierten Bevölkerung (Historically Marginalized People, HMP – ehemals indigene Batwa) gegründet. AIMPO zählt zu den wenigen Organisationen im Land, die gezielt mit HMP-Gemeinschaften arbeiten.
AIMPO setzt sich für soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Teilhabe und die Stärkung politischer Mitbestimmung ein. Der Fokus liegt auf Bildung, Interessenvertretung und dem Aufbau nachhaltiger Strukturen. Ziel ist es, bislang benachteiligten Gruppen Zugang zu Ressourcen, Wissen und Chancen zu ermöglichen – für ein selbstbestimmtes Leben und eine sozial, wirtschaftlich und politisch inklusive Gesellschaft.
Die Batwa – auch Twa genannt – zählen zu den ältesten Bevölkerungsgruppen Zentralafrikas. Über Jahrhunderte lebten sie in den tropischen Regenwäldern der Region der Großen Seen, im Einklang mit der Natur und geprägt von tief verwurzelten spirituellen und kulturellen Traditionen. Die Äquatorwälder boten ihnen Nahrung, Medizinische Pflanzen und Orte für kulturelle und spirituelle Praktiken.
Seit den 1980er Jahren verlieren die Batwa systematisch ihr angestammtes Land. Großflächige Abholzung, Nationalparkgründungen und Entwicklungsprojekte führten zu gewaltsamen Vertreibungen – oft ohne Entschädigung oder alternative Lebensgrundlagen. Die gravierendsten Enteignungen erfolgten 1994 in den Nationalparks Volcano, Gishwati und Nyungwe. Der Verlust ihrer Lebensräume entzog den Batwa die Basis für Ackerbau, Sammelwirtschaft und ihr traditionelles Handwerk – mit Folgen bis heute: Versuche in andere Beschäftigungsformen zu wechseln führen oftmals zu Arbeitslosigkeit, sozialer Ausgrenzung und wirtschaftlicher Marginalisierung.
Mit dem Aufbau eines modernen Töpfer-Ausbildungszentrums im Bugesera-Distrikt fördert AIMPO neue Perspektiven für Batwa-Kunsthandwerker*innen. Ziel ist es, die traditionelle Batwa-Töpferei zeitgemäß weiterzuentwickeln und eine wirtschaftlich tragfähige Kooperative aufzubauen. Das Zentrum in Nyamata dient als Lern- und Produktionsort. Dort erwerben ausgewählte Kunsthandwerker*innen nicht nur handwerkliche Kompetenzen auf hohem Niveau, sondern auch Kenntnisse in Betriebsführung, Marketing und Produktentwicklung. Sie lernen, traditionelle Techniken mit modernen Ansätzen zu verbinden und ihr Wissen innerhalb der Kooperative weiterzugeben.
Der aktuelle Projektabschnitt (2023–2026) erweitert den Wirkungskreis auf die Sektoren Nyamata und Musenyi. Insgesamt profitieren 30 Personen direkt – insbesondere junge Menschen und Frauen die über Grundkenntnissen in Lesen und Rechnen verfügen. Sie erhalten Zugang zu hochwertigen Töpferwerkzeugen sowie gezieltem Training, um ihre Betriebe wirtschaftlich stabil und wachstumsfähig aufzustellen.
Zentrale Ziele des Projekts sind die Schaffung neuer Einkommensquellen, Stärkung kleinbäuerlicher Unternehmen, Förderung traditioneller Handwerkskunst auf internationalen Märkten, Reduzierung von Armut durch wirtschaftliche Eigenständigkeit und die Langfristige Etablierung einer resilienten Töpferkooperative. Der Lemonaid & ChariTea e.V. fördert das Projekt beim Bau eines Keramikzentrums, der Anschaffung eines energieeffizienten Brennofens und die Umsetzung praxisorientierter Schulungsprogramme.
Richard Ntakirutimana
Webseite: https://aimpo.org/
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