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Projektstandort:
Kigali, Ruanda
Projektlaufzeit:
2022 – 2025
Projektbudget:
84.477 €
Themenschwerpunkte:
Zugang zu Finanzen, Bildung, Interessenvertretung
SYTRIECI

Syndicat des Travailleurs Domestiques et Indépendants de l’Économie Informelle

Delphine Nyirahabimana, Teilnehmerin von SYTRIECI in Ruanda lächelt mit ihrem Obst und Gemüse auf dem Stadtmarkt.

Bessere Lebensbedingungen für Straßenhändler*innen in Kigali.

SYTRIECI (Syndicat des Travailleurs Domestiques et Indépendants de l’Économie Informelle) ist eine 2014 in Kigali gegründete Gewerkschaft, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen informell Beschäftigter in Ruanda verbessert. Mit 6.872 Mitgliedern, davon 85 % Frauen, vertritt sie Straßenhändler*innen, Schneider*innen, Hausarbeiter*innen und Müllsammler*innen. Zentrale Ansätze sind die Vernetzung in Spargruppen und Kooperativen, die gemeinschaftliches Sparen und den Zugang zu Kleinkrediten ermöglichen, sowie Schulungen in Verhandlungsführung, Handelskompetenzen und Organisationsentwicklung. So stärkt SYTRIECI die Rechte der Arbeiter*innen, fördert unternehmerisches Wachstum und hat bereits Erfolge erzielt – etwa durch neue Arbeitsplätze für Straßenhändler*innen, arbeitsrechtliche Verbesserungen und die Vermittlung von Krediten.

Ruanda hat seit dem Genozid von 1994 bemerkenswerte Fortschritte in Bereichen wie Infrastruktur, Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung gemacht. Dennoch sind viele Arbeitskräfte, besonders im urbanen Raum, auf den informellen Sektor angewiesen – insbesondere in Kigali, einer Stadt mit starkem Bevölkerungszuwachs.
Diese Migration vom Land in die Stadt hat zu hohen Arbeitslosenquoten geführt, sodass viele Menschen ihr Überleben im informellen Sektor sichern müssen, etwa durch Straßenverkauf. Straßenhändler*innen leben häufig unter prekären Bedingungen, ohne soziale Absicherung oder Zugang zu Finanzdienstleistungen. Ohne gezielte Unterstützung bleibt es für sie schwer, aus der Armut auszubrechen.

Mit dem Tuzamukane-Projekt stärkt SYTRIECI rund 900 informell Beschäftigte in Kigali, vor allem Straßenhändler*innen. Ziel ist es, ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verbessern und das Recht auf wirtschaftliche Teilhabe zu fördern. Kern des Projekts ist die Schulung in der Methode der Village Savings and Loan Associations (VSLA), durch die Teilnehmende Einkommen besser verwalten, Rücklagen bilden und Kredite vergeben können – eine Basis für tragfähige Kleinstunternehmen. Geplant sind 30 Handelsgruppen und die Unterstützung von 20 VSLA-Gruppen beim Aufbau formeller Strukturen. Ergänzend finden Dialoge mit lokalen Behörden statt, um die Arbeitsbedingungen von Straßenverkäufer*innen langfristig zu verbessern.
Der Lemonaid & ChariTea e.V. finanziert Schulungen für 160 Straßenverkäufer*innen, die Gründung von Handelsgruppen sowie Personalkosten.

Jeannette Nyiramasengesho
Mail

Eindrücke aus dem Projekt

  • Eine Teilnehmerin einer Spargruppe von SYTRIECI in Ruanda bei einer Sitzung.
  • Eine Teilnehmerin von SYTRIECI steht vor ihrem Stand auf dem Markt in Ruanda.
  • Yvone Uwase, 25, arbeitet als Straßenverkäuferin und verkauft Schuhe. Das Foto wurde bei einem Treffen der VSLA Saving Group von SYTRIECI in Ruanda aufgenommen. Sie möchte mithilfe von Krediten der Spargruppe ein Schuhgeschäft eröffnen.
  • Eine Teilnehmerin von SYTRIECI in Ruanda zeigt das Heft indem die Ersparnisse der Spargruppen dokumentiert werden.
  • Der Markt in Ruanda auf dem Teilnehmende von SYTRIECI ihre Waren verkaufen.