Seit Beginn des Jahres 2017 unterstützt der Lemonaid & ChariTea e.V. die Arbeit der Organisation des Bulungla Incubators mit der Umsetzung des „Bulungula Zentrums für exzellente kleinständische Landwirtschaft“ an der Wild Coast in Südafrika. Das Zentrum wurde gegründet um der lokalen Bevölkerung mit Know-How, Weiterbildungsmaßnahmen und technischer Unterstützung im Bereich Landwirtschaft unter die Arme zu greifen. Erklärtes Ziel ist es, dass die Farmer*innen Lebensmittel für den Eigenbedarf und den Verkauf erfolgreich anbauen können. Denn obwohl ausreichend Land vorhanden ist muss ein Großteil des konsumierten Gemüses aus anderen Regionen Südafrikas „importiert“ werden. Die Gründe für diese Entwicklung liegen in der historischen Vergangenheit Südafrikas und einer Landwirtschaft die von einer kleinen Zahl an Großproduzenten dominiert wird (einen ausführlichen Bericht über die Hintergründe und unseren Besuch bei der Organisation Anfang des Jahres findet ihr hier).

 

Die Umsetzung des Zentrums befindet sich im vollen Gange und der geplante Pflanzenaufzuchtgarten wurde frühzeitig fertigstellt und der damit verbundene Verkauf von Gemüsesetzlinge konnte gestartet werden. Über 10,000 Setzlinge werden mittlerweile pro Monat verkauft, mit einer steigenden Tendenz. Aufgezogen und zu einem fairen Preis verkauft werden Sorten wie Kohl, Spinat, Rote Beete, Zwiebel, Aubergine, Tomate, Peppadew (eine süß-pikante Paprika), Chillies, Maracuja, Papaya, Kartoffeln und Broccoli. Diese Setzlinge werden an die Farmer*innen der Region verkauft, die sonst weite Strecken auf sich nehmen müssten und gezwungen wären hohe Preise für Setzlinge zu bezahlen. Als zusätzlichen Anreiz werden Proben von Pflanzensetzlingen ausgeben. Wie zum Beispiel der Aubergine, welche in der Region weitestgehend unbekannt ist. Damit soll ihnen der Zugang zu neuen Gemüsesorten erleichtert werden.

 

Mitarbeiter*innen und Freiwilliger mit den Gemüsesetzlingen

 

Durch die Förderung konnte eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Geräten für das Zentrum angeschafft werden. Dazu gehören die so dringend benötigten Materialen für den Aufbau von Bewässerungssystemen, Schläuche und Wasserpumpen, sowie umweltfreundliche Pestizide und Düngemittel. Das erste Vorführ- und Lehrmodell für die Bewässerung eines konventionellen Gemüsefeldes wurde bereitgestellt und erste Testpflanzen darauf kultiviert. Ein zweites Feld für den biologischen Anbau befindet sich in der Vorbereitungsphase. Die daran angeknüpften Arbeiten werden von den fünf neu eingestellten Mitarbeiter*innen durchgeführt. Begleitet und unterstüzt werden sie durch einen freiwilligen Experten aus Deutschland, der in der neu gebauten Unterkunft für Freiwillige unterbracht ist und das Projekt eine Weile begleitet.

 

Tag der offenen Tür

 

Um möglichst viele Menschen in der Region mit ihrer Arbeit zu erreichen hat die Organisation einen Tag der offenen Tür für Farmer*innen ins Leben gerufen. Hier gibt es die Möglichkeit für Farmer*innen, und denen die es werden wollen, Beratung wahrzunehmen oder an Lehrgängen teilzunehmen. In den Schulungen erfahren sie wie der Aufbau von Bewässerungssystemen funktioniert und wie der erfolgreiche Umgang mit Pestiziden und Düngemitteln und ihnen unbekannten Pflanzen aussehen kann, da es in der Vergangenheit viele Probleme mit Schädlingen gegeben hat. Durch die geschaffene Anlaufstelle und die Möglichkeit inhaltliche und finanzielle Unterstützung zu bekommen haben viele der Farmer*innen neuen Mut gefasst sich den Herausforderungen der Landwirtschaft zu stellen.

 

Auch hat das Zentrum endlich einen eigenen Namen bekommen und wurde in Xhosa, der lokalen Sprache, benannt: „Masilime Ngo!“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Lass uns ausgezeichnete Landwirtschaft betreiben!“.